Traditionell ist die erste Pressekonferenz auf der Berlinale die Vorstellung der Internationalen Jury.

Hintere Reihe von links: Shivendra Singh Dungarpur, Bae Doona, Ewa Puszczy?ska, Reinaldo Marcus Green, Tricia Tuttle; vorder Reihe: Wim Wenders, HIKARI, Min Bahadur Bham
Wim Wenders

Der Regisseur Wim Wenders ist eine Ikone des deutschen Films. Letztes Jahr ist er 80 geworden. Als ihm der Vorsitz der Wettbewerbsjury der diesjährigen Berlinale angeboten wurde, hat er zunächst gezögert, dann aber doch zugesagt. Wie er dem Tagesspiegel in einem Interview erzählt, steckt er mitten in der Fertigstellung seines neuen Films über den Architekten Peter Zumthor. Doch wie oft wird sich ihm noch die Gelegenheit bieten, bei dem wichtigsten Filmfestival in "seiner" Stadt Jurypräsident zu sein? Also lässt er die Arbeit im Schneideraum für einen Monat ruhen und schaut mit seinen Filmkolleg:innen in zehn Tagen 22 Filme.
Zu Beginn des Festivals wirkt er noch etwas angestrengt und auch etwas nervös. Kein Wunder, wenn er gerade mitten aus seinem Schaffensprozess gerissen wird. Zum Schluss macht er aber auch noch einmal klar, warum er sich seiner Aufgabe stellt: Die Berlinale sei das Festival, auf dem man die meisten Facetten des Weltkinos sehen kann.
Shivendra Singh Dungarpur

Der indische Regisseur Shivendra Singh Dungarpur scheint vollkommen in sich zu ruhen. Danach gefragt, was Kino für ihn bedeutet, sagt er ohne zu zögern: "Mein ganzes Leben". Dungarpur hat u.a. eine fast siebenstündige Doku über den tschechischen Regisseur Jiří Menzel gedreht und das indische Filmarchiv gegründet.
Ewa Puszczyńska

Ewa Puszczyńska war unter anderem als Produzentin an ZONE OF INTEREST und A REAL PAIN beteiligt. Sie brachte eine angenehme Nüchternheit in die Pressekonferenz mit. Als jemand wissen wollte, ob die Jury die deutsche Politik im Gaza-Konflikt unterstütze, wies sie die Frage als unfair zurück. Man wolle mit Filmen zum Denken anregen und Empathie wecken. Als Filmschaffende könne man jedoch nicht die Verantwortung für politische Entscheidungen tragen.
Bae Doona

Die koreanische Schauspielerin Bae Doona hat in Filmen von Park Chan-wook und Hirokazu Koreeda gespielt. Sie war am ersten Tag noch etwas "lost". Das mag auch am Jetlag liegen.
Min Bahadur Bham

Vor zwei Jahren brachte Min Bahadur Bham seinen Film SHAMBALA zur Berlinale. Mit SHAMBALA wurde erstmals ein nepalesischer Film im Wettbewerb eines internationalen Filmfestivals gezeigt. Auch die Einladung in die Wettbewerbsjury der Berlinale sei eine große Ehre für Nepal und habe viel Aufmerksamkeit bekommen, so Bahadur Bham.
Hikari

Miyazaki Mitsuyo, aka Hikari, hatte bestechend gute Laune und strahlte eine so positive Energie aus, dass sie für alle Jurymitglieder gereicht hätte. Auch Hikari hat eine Berlinale-Vergangenheit. Ihr Debüt 37 SECONDS wurde 2019 im Panorama gezeigt. 2025 wurde ihr letzter Film RENTAL FAMILY (mit Brandon Fraser) international im Kino gezeigt.
Reinaldo Marcus Green

Als Vertreter des US-amerikanischen Hollywood-Kinos komplettiert Reinaldo Marcus Green die Riege der Wettbewerbsjury. International bekannt wurde er mit KING RICHARD, einer Filmbiografie über den Vater von Serena und Venus Williams. Von einem Reporter des Branchenmediums Screen International nach den Umwälzungen in der amerikanischen Filmverwertung gefragt, hob er hervor, dass es für einen Filmemacher wichtig sei, dass seine Filme von möglichst vielen Menschen gesehen würden. Er habe KING RICHARD zwar für das Kino gemacht, der Film habe jedoch vor allem online viele Zuschauer gefunden.