05.01.09 11:26

Perspektive Deutsches Kino: Jetzt auch mittellang

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Auf dem Saarbrücker Filmfestival Max Ophüls gibt es sie schon seit zwei Jahren: die Sektion „mittellanger Film“. In diesem Jahr werden einige auch auf der Berlinale zu sehen sein. Als Spielfilm und Dokumentarfilm.
Viele Studentenfilme bevorzugen ja die Länge zwischen Kurz- und dem normalen 90-Minuten Langfilm, weil man Figuren und Stoffe schon wie in einem Langfilm anlegen und eine richtige Geschichte erzählen kann, die sich nicht wie beim Kurzfilm nur auf einen kurze Sequenz mit wenigen Figuren konzentriert, Kosten und Aufwand aber eben nur halb so groß sind. Mittellange Filme sind jedoch so gut wie nie im Kino oder im Fernsehen zu sehen, passen in keine Programmschiene. Nur logisch, dass die Festivals sie zeigen, vor allem wenn es um Entdeckung neuer Filmemacher geht wie in der Perspektive.

Einige Filme sind schon bekannt, und laut Programmleiter Alfred Holighaus...

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14.12.08 13:34

Berlinale 2009: Erste Filme des Wettbewerbs

Yuheee...die Berlinale hat ein weiteres Türchen im Adventskalender für uns geöffnet und die ersten Filme für die Offizielle Sektion verlauten lassen. Damit schon mal die Kritiker, die immer sofort schreien: "Wo ist der deutsche Film?", ruhiggestellt werden, ist gleich einer mit dabei. "Alle Anderen" von Maren Ade widmet sich einem wunderbar bösen Thema, das schon Rainer Kaufmann in „Ein fliehendes Pferd“ trefflich ausgekostet hat: Pärchen trifft Pärchen im Urlaub.

Auch „The Private Lives of Pippa Lee“ bedient sich der nie versiegenden Quelle der Beziehungsthemen. Ein Mann verlässt seine Frau wegen einer Jüngeren, was dieser den Boden unter den Füssen wegzieht. Rebecca Miller ist nicht nur die Regisseurin des Films sondern auch die Autorin des gleichnamigen Buches. Sehr geschickt, kann ich da nur sagen. Eines steht jetzt schon fest: den Frauen, denen der Mann erliegt, mangelt es nicht an Attraktivität, denn sie werden von Winona Ryder, Monica Bellucci und Julianne More gespielt.

Aber es gibt auch was für die Damen: das "Mützchen" Gael García Bernal kommt wieder nach Berlin.

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12.12.08 16:25

So GROSS wie es geht - BIG Films on BIG Screen

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Berlinale Retro widmet sich den 70mm Monumentalstreifen

Die Retrospektive der Berlinale 2009 widmet sich den breiten, gigantischen, fetten, Cinemascope 70mm Schinken! Wie vor 50 Jahren, als das Kino sich bedroht sah durch den Fernseher, so fürchtet man auch jetzt die Faulheit der Leute. Das dazugehörige Filmfutter der Couchpotatoes heute: Die DVD. Deshalb laufen im Kino Werbungen für das eigene Medium, die die Einzigartigkeit der großen Leinwand beschwört, und die Berlinale setzt jetzt noch einen drauf: selbst der tollste Beamer wird nie hinbekommen, was ein 70mm Film bietet.

Und so monumental wie das Format sind dann auch die Stoffe:
Ben Hur, Cleopatra, Lawrence von Arabien, 2001 Odysse im Weltraum. Aber außer den amerikanischen Megablockbustern gibt es auch vom damaligen Klassenfeind Filme in 70mm. Den sowjetischen Film Dnewnyje swesdy -Tagessterne und einige Defa-Produktionen werden zu sehen sein.

Das wunderbare Kino International, als drittes Großkino Ende der 50er Jahre in Berlin gebaut, dient standesgemäß 2009 als Stammkino für die Restrospektive. In einer Mischung aus Digital und altbewährter Analog Projektion werden die Breitwand Filme endlich mal so zu sehen sein, wie sie gedacht waren. Wer Ben Hur oder Lawrence von Arabien nur von langweiligen Sonntagnachmittagen um Weihnachten aus der Glotze kennt, wird dann einen ganz anderen Film kennenlernen können.

11.12.08 14:21

Der Film zur Krise:
Berlinlale Eröffnungsfilm zeigt böse Banken

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Tom Tykwers Film The International eröffnet die Berlinale. Und worum geht es: das Schweine(banken) System - kann man aktueller sein?
Helden gegen die Finanz-Krake sind Clive Owen als Interpol Agent und eine New Yorker Staatsanwältin gespielt von Naomi Watts. Die beiden kämpfen gegen eine mächtige Bank mit dunklen Machenschaften. Ob es um Derivate und Hedge Fonds oder um klassische Banken-Filmthemen Waffenhandel und Drogenwäsche geht, ist noch nicht bekannt.
Aber dennoch: Tykwer hat es voraussehen können: die staatlichen Institutionen kämpfen gegen wild gewordene Banken und sind die einzigen, die noch Glaubwürdigkeit zeigen und Vertrauen verstrahlen. Aber bestimmt auch zu fieseren Mitteln greifen als nur ein paar hundert Milliarden aus der Staatskasse zu leiern...

Produziert ist der Film von John Woo, das verspricht in jedem Fall auch Action und Fäuste und keine Eichinger-Das-Parfüm Glattheit - ist zu hoffen.
The International wird außer Konkurrenz präsentiert.

03.12.08 1:07

"Fireworks Wednesday" von Ashgar Farhadi

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Frauenpower und verstörte Männer im Iran

Ach, wieder so symbolisches iranisches Kino, konnte man denken in den ersten Minuten: Ein junges Paar auf dem Moped in den Bergen (um die westlichen Zuschauer zu überraschen „Ach, da gibt es Schnee??“), dann bleibt der Tschador der Frau in der Kette hängen, die beiden stürzen. Was das wohl bedeutet? Dann hat es sich auch schon mit Symbolkino. Die Szene war allerdings symbolisch genug für die Zensoren im Iran - dort durfte sie nicht gezeigt werden - zu politisch.

Fireworks Wednesday gehörte zu den Kassenschlagern der letzten Jahre im Iran und ist zugleich auf vielen Festivals im Rest der Welt gut angekommen. Aus gutem Grund: er gewährt Einblick in einen Teil der iranischen Gesellschaft, den man selten im Kino vorgeführt bekommt: den eher „westlichen“ und weltlichen Norden von Teheran. Und damit Figuren, bei denen wir nicht einfachen Leuten vom Land bei ihrem Ringen mit der Welt in einer lyrisch-symbolischen Filmsprache zuschauen. In diesem Film geht es um kaputte Ehen, Lügen und Sex mit der Nachbarin. Allerweltsthemen.

Die Fahrt des jungen Paares vom Dorf in die Stadt ist also doppelt symbolisch: der Regisseur will sich auch von den berühmten iranischen Filmemachern wegbewegen, deren Geschichten fast immer auf dem Dorf spielen. Nach dem Prolog treffen wir auf Stadtbewohner und ihre Probleme, wie man sie wohl überall findet, wo Männer und Frauen versuchen Ehen zu führen.

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02.12.08 21:33

"Three Monkeys" von Nuri Bilge Ceylan

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Was ist nur mit diesen Menschen los? Ein Familienvater, der ohne mit der Wimper zu zucken für seinen Chef ins Gefängnis geht. Eine Frau, die sich so offensichtlich selbst belügt, dass sie immer wieder laut darüber lachen muss. Ein Sohn, der eine besondere Form der Rebellion lebt, indem er den Großteil des Tages schlafend im Bett verbringt und ansonsten todtraurig in die Welt schaut. Das Reden wird nicht groß geschrieben in dieser Familie. Das Nicht-Reden über bestimmte Dinge dagegen schon – ebenso wie das Nicht-Hören und Nicht-Sehen von allem, was schmerzhaft, kompliziert oder unangenehm sein könnte. Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan erzählt in Three Monkeys die Geschichte von drei Menschen, die wie jene berühmten drei Affen nach dem Prinzip „See no evil, hear no evil, speak no evil“ handeln. Und sich dabei immer tiefer in ihre Hilflosigkeit verstricken.

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29.11.08 11:48

Weltreise im Sessel - Das Festival "Around the World in 14 Films"

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Der Filmfestival Besucher kennt das: Man sieht einen grandiosen Film, erzählt Freunden und Kollegen von dem Kino-Erlebnis, das leider ein einzigartiges Erlebnis sein kann - weil der Film nur auf diesem einen Festival gezeigt wird und es nie in die Kinos schafft. Solche Filme habe ich in den letzten Jahren sicher ein Dutzend gesehen. Dann ärgert man sich besonders, wenn die 800ste amerikanische Liebeskommödie oder auch ein schrottiger Kleinfilm deutscher Provinienz wochenlang die Kinosäle blockiert.
Und so ging es vermutlich auch Bernhard Carl, weshalb als er das Festival „Around the World in 14 Films“ ins Leben rief.

Im Berliner Babylon kann man 14 herausragende Filme sehen, die es auf Festivals zu Beifallstürmen, Preisen und Kritikertränen brachten - in der kranken marktwirtschaftlichen Organisation der Filmwelt in Deutschland aber keinen Verleiher fanden.

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23.11.08 16:15

Filmschulfest München 2008:
Die Preisträger

Auf einer stimmungsvollen Abschlussgala wurden gestern Abend die Preisträger des Filmschulfest 2008 verkündet. Locker und professionell wurde die Gala von Christoph Gröner und Christina Wolf moderiert, die schon für die Leitung der Question & Answer Sessions zu den Kurzfilmprogrammen der letzten Woche einen eigenen Preis verdient hätten. Nicht nur hier war das Filmschulfest einem A-Fesitival wie der Berlinale nicht nur ebenbürtig sondern eine Kopflänge voraus. So war das abwechslungsreiche Filmprogramm durchweg von hoher Qualität und wusste immer wieder von neuem zu überraschen.

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Liu Chui-jan in "A Day in a life

Entsprechend schwer muss der Jury unter der Leitung von Marc Rothemund die Preisvergabe gefallen sein. Den Preis für den besten Film bekam Zune Kwok für seinen beeindruckenden Kurzfilm "A day in a life".

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22.11.08 10:20

Filmschulfest München 2008:
V'Ahavta ("And Thou Shalt Love") von Chaim Elbaum

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Schwulsein ist im orthodoxen Judentum nicht vorgesehen. Das treibt Ohad, der sich als orthodoxer israelischer Soldat in einem "Hesder" auf den Militärdienst vorbereit in die Verzweiflung. Er holt sich Rat bei einer anonymen Telefonseelsorge. Nach 40 Tagen fasten und beten, so das Angebot, soll er geheilt sein. Doch trotz aller Selbstkasteiung stellt sich auch nach Ablauf der 40 Tage die erhoffte Konformität mit dem Normalschema nicht ein.

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V'Ahavta ("And Thou Shalt Love") von Chaim Elbaum" »

21.11.08 20:14

Filmschulfest München 2008:
"Klotz und Klumpen" von Stephan Sacher, Michael Herm

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Fröhlich kommt sie daher und schaut auf den Fahrplan an einer einsamen Bushaltestelle, eine Schachtel mit zwei Beinen, Mütze und Schal. Nächster Bus, Dienstag 15:30. Sie schaut auf die Uhr: Dienstag 16:00. Horror!!! Wir sind ja schon außer uns, wenn wir 19 Minuten auf die nächste U-Bahn warten müssen. Wie muss sich dann erst eine Woche anfühlen? Doch Rettung naht in Gestalt einer Kugel mit zwei Beinen, Mütze und Schal. Auch sie wirft ein Blick auf den Fahrplan: Horror!!!!

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"Klotz und Klumpen" von Stephan Sacher, Michael Herm" »